Kaisers Omega

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Published 9/8/2026
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Die Luft roch nach Weihrauch und etwas anderem, etwas Süßem, das ich nicht sofort benennen konnte. Vielleicht war es Angst.

Ich stand im Thronsaal, umgeben von Marmor und Gold, und versuchte, nicht zu zittern. Die Säulen reichten bis in eine Dunkelheit hinauf, die kein Licht erreichte, und der Boden unter meinen nackten Füßen war kalt. Zu kalt. Ich war es gewohnt, Schuhe zu tragen. Ich war es gewohnt, Kleidung zu tragen. Aber das hier war ein anderer Ort, eine andere Welt, und ich war kein Mensch mehr. Ich war ein Geschenk.

Der Kaiser saß auf seinem Thron, ein junger Mann, nicht viel älter als ich. Vierundzwanzig, hatte man mir gesagt. Aurelian. Der Name klang schwer, wie ein Stein, der ins Wasser fällt. Er trug eine schwarze Tunika, schlicht und ohne Verzierung, aber das Gold an seinen Fingern und um seinen Hals sprach eine andere Sprache. Seine Augen waren grau, kalt wie der Winterhimmel, und sie ruhten auf mir, als wäre ich ein Buch, das er bereits gelesen hatte.

„Näher“, sagte er. Seine Stimme war leise, aber sie trug durch den ganzen Saal. Die Wachen an den Türen versteiften sich, aber ich wusste, dass sie nicht für mich da waren. Sie waren für ihn.

Ich trat vor. Jeder Schritt hallte wider, ein Echo, das mich kleiner machte. Meine Hände zitterten, also ballte ich sie zu Fäusten. Die Nägel gruben sich in meine Handflächen. Der Schmerz half. Er war real. Er war etwas, das ich kontrollieren konnte.

Als ich vor ihm stand, vielleicht drei Schritte entfernt, blieb ich stehen. Der Duft von Weihrauch war stärker hier, aber darunter war etwas anderes. Sein Duft. Alpha. Stark und warm, wie Zedernholz und Rauch. Es zog an etwas in mir, tief in meinem Bauch, etwas, das ich nicht verstand. Ich hasste es.

„Du bist Chris“, sagte er. Keine Frage. Eine Feststellung.

„Ja.“ Meine Stimme war heiser. Ich räusperte mich. „Ja, Kaiser.“

Er neigte den Kopf, eine winzige Bewegung, die mich erschauern ließ. „Du weißt, warum du hier bist?“

Ich wusste es. Der Rat hatte es mir erklärt, bevor sie mich hierher gebracht hatten. Ein Omega, rein und unberührt, ein Geschenk für den Kaiser, um die Allianz zu besiegeln. Meine Familie hatte mich verkauft, so einfach war das. Für Land. Für Sicherheit. Für etwas, das ich nie sehen würde.

„Ja“, sagte ich wieder.

Er stand auf. Die Bewegung war fließend, anmutig, und plötzlich war er viel größer, als ich gedacht hatte. Er kam die Stufen herunter, langsam, und jeder Schritt ließ mein Herz schneller schlagen. Als er vor mir stand, direkt vor mir, konnte ich die Wärme seines Körpers spüren. Er war so nah, dass ich den goldenen Rand in seinen grauen Augen sehen konnte.

„Weißt du, was ich von dir will?“

Mein Mund war trocken. Ich schluckte. „Ich bin hier, um dir zu dienen. Auf jede Weise, die du wünschst.“

Er lächelte. Es war kein freundliches Lächeln. Es war das Lächeln eines Mannes, der wusste, dass er gewonnen hatte. „Das klingt, als hättest du es auswendig gelernt.“

„Habe ich auch.“

Er lachte leise, ein Geräusch, das mich überraschte. Es war warm, fast menschlich. Aber dann war es weg, und seine Augen waren wieder kalt. „Ich mag keine auswendig gelernten Worte“, sagte er. „Ich mag die Wahrheit. Also sag mir die Wahrheit, Chris. Hast du Angst?“

Ich zögerte. Eine Sekunde. Vielleicht zwei. Dann sagte ich: „Ja.“

„Gut.“ Er hob eine Hand und berührte mein Gesicht. Seine Finger waren warm, rau an den Spitzen, und sie glitten über meine Wange, als würde er etwas Kostbares prüfen. Ich erstarrte. Mein Atem stockte. Aber ich wich nicht zurück. Ich konnte nicht.

„Angst ist ehrlich“, sagte er. „Sie versteckt sich nicht. Sie lügt nicht. Und ich kann mit Angst arbeiten. Mit falschem Mut kann ich nichts anfangen.“

Seine Hand glitt tiefer, über meinen Kiefer, meinen Hals hinunter. Ich spürte seinen Puls unter meinen Fingern, schnell und stark, aber ich bewegte mich nicht. Er hielt inne, direkt über meinem Schlüsselbein, und drückte leicht zu. Nicht genug, um zu schmerzen. Genug, um mich daran zu erinnern, wer hier die Kontrolle hatte.

„Du riechst gut“, sagte er. Seine Stimme war tiefer jetzt, rauer. „Rein. Unberührt. Weißt du, wie selten das ist?“

„Nein.“

„Sehr selten.“ Er ließ seine Hand fallen und trat einen Schritt zurück. Die Kälte kehrte zurück, und ich fröstelte. „Die meisten Omegas werden mit sechzehn beansprucht. Von ihren Familien, von ihren Alphas, von irgendjemandem, der sie zuerst kriegt. Aber du. Du bist vierundzwanzig. Du hast es geschafft, dich zu verstecken. Oder dich zu verstecken zu lassen.“

Ich sagte nichts. Es gab nichts zu sagen. Er hatte recht.

„Deine Familie hat dich gut bewacht“, fuhr er fort. „Sie haben dich weggesperrt, nicht wahr? In einem Zimmer, hoch oben im Turm, wo niemand dich finden konnte. Bis sie einen besseren Preis für dich bekommen haben.“

Die Worte trafen mich wie ein Schlag. Ich wusste, dass es wahr war. Ich hatte es immer gewusst. Aber es laut zu hören, von ihm, von diesem Fremden, der mich wie ein Stück Fleisch betrachtete, machte es real. Und es tat weh.

„Ich bin kein Preis“, sagte ich. Die Worte kamen heraus, bevor ich sie aufhalten konnte. Leise, aber fest.

Er hob eine Augenbraue. „Nein?“

„Nein. Ich bin ein Mensch. Ich bin nicht hier, um verkauft zu werden.“

Er starrte mich an. Einen Moment lang dachte ich, ich hätte zu weit gegangen. Die Wachen könnten mich packen, mich wegschleifen, mich bestrafen. Aber dann lachte er. Diesmal war es echt, ein tiefes, volles Lachen, das durch den Saal hallte.

„Du hast Mut“, sagte er. „Oder Dummheit. Ich bin mir noch nicht sicher. Aber es ist interessant.“ Er drehte sich um und ging zurück zu seinem Thron. „Komm mit. Wir gehen in meine Gemächer. Hier ist es zu kalt zum Reden.“

Er wartete nicht auf meine Antwort. Er ging einfach, und ich folgte ihm, weil ich keine Wahl hatte. Die Wachen traten zur Seite, als wir vorbeikamen, und die schweren Türen öffneten sich vor uns. Der Gang dahinter war lang und düster, nur von Fackeln erleuchtet, aber ich konnte seinen Rücken sehen, die breiten Schultern, die Art, wie er ging, als gehörte die ganze Welt ihm.

Vielleicht gehörte sie das.

Wir erreichten eine Tür, schwerer und dunkler als die anderen. Er schob sie auf, und der Raum dahinter war warm, erleuchtet von Kerzen. Ein Bett stand in der Mitte, riesig und mit dunklen Laken bezogen. Ein Kamin flackerte an der Wand, und der Duft von Zedernholz hing in der Luft.

Er drehte sich zu mir um. „Zieh dich aus.“

Die Worte hingen zwischen uns, schwer und endgültig. Ich schluckte. Meine Hände zitterten, als ich nach dem Saum meines Hemdes griff. Es war dünn, fast durchsichtig, und ich fühlte mich nackt, bevor ich es überhaupt ausgezogen hatte.

Langsam zog ich es über meinen Kopf. Die Luft traf meine Haut, kühl, aber nicht kalt. Ich stand vor ihm, nur in einer dünnen Hose, und wartete. Er sah mich an, seine Augen wanderten über meinen Körper, langsam, als würde er jedes Detail in sich aufnehmen. Ich spürte, wie mein Gesicht heiß wurde. Aber ich wich nicht zurück.

„Weiter“, sagte er.

Ich ließ die Hose fallen. Sie sammelte sich um meine Knöchel, und ich trat daraus hervor. Jetzt war ich nackt, völlig nackt, und ich konnte nichts tun, um mich zu verstecken. Meine Hände hingen an meinen Seiten, und ich versuchte, ruhig zu atmen.

Er kam auf mich zu. Seine Schritte waren leise auf dem Teppich, und als er vor mir stand, konnte ich die Hitze seines Körpers spüren. Er hob eine Hand und berührte meine Brust, direkt über meinem Herzen. Sein Daumen strich über meine Haut, eine sanfte, fast zärtliche Bewegung.

„Du bist schön“, sagte er. Seine Stimme war leise, fast ein Flüstern. „Weißt du das?“

Ich schüttelte den Kopf.

„Dann wirst du es lernen.“ Er ließ seine Hand fallen und trat einen Schritt zurück. „Leg dich aufs Bett. Auf den Rücken. Die Arme über dem Kopf.“

Ich gehorchte. Der Stoff unter mir war kühl, aber er wärmte sich schnell an meiner Haut. Ich legte mich hin und streckte die Arme aus, wie er es gesagt hatte. Die Decke war hoch, und die Kerzen warfen tanzende Schatten an die Wände.

Er stand über mir, ein Schatten, der größer war als die Dunkelheit. Er zog seine Tunika aus, langsam, und ließ sie zu Boden fallen. Sein Körper war muskulös, gezeichnet von Narben, die Geschichten erzählten, die ich nie hören würde. Er beugte sich über mich, seine Hände auf beiden Seiten meines Kopfes, und sein Duft umhüllte mich, stark und überwältigend.

„Jetzt“, sagte er, „werde ich dir zeigen, was es bedeutet, mir zu gehören.“



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